Tag X

Als ich heute beim Bäcker an dem Zeitungsstand vorbeilief, traute ich meinen Augen nicht. Alle Schlagzeilen aller Zeitungen riefen auf: Deutschland läßt sich impfen!


Der Tenor war, wie großartig das doch ist, wir werden jetzt alle gerettet; ähnlich wie es wohl vor den Weltkriegen war mit: Hurra! Wir ziehen an die Westfront! Endlich passiert was.


Auch heute morgen fuhr ich ganz bei mir in der Nähe, in meiner Straße an einem Schild vorbei, das eigens neu aufgestellt wurde: Corona-Impfzentrum des Landkreises.


Auch der teilweise geschlossene, nur für Gewerbekunden geöffnete Baustoffhändler, wie der fast leere Supermarktparkplatz fuhren mir in die Magengrube. So als wäre heute Tag X oder Armageddon.


Meine Vermutung ist, daß dieser Lockdown erst für den zu Ende ist, der sich auch impfen läßt. Vorher wird dieser Mensch praktisch nirgendswo mehr reingelassen, wie das jetzt ja für alle gilt. Das Problem ist halt, daß dieser Impfstoff auf keine Langzeit-Nebenwirkungen getestet wurde, weil er in einem 3/4-Jahr durchgeboxt wurde, wo eine Entwicklung normal 5-10 Jahre dauert. Aber das nur am Rande.


Mir geht es hier um mein Befinden dabei, denn diese Situation empfinde ich als ausweglos. Je mehr ich sehe, wie sich hier alles so die letzten Monate entwickelt hat, desto mehr habe ich das Gefühl, daß eine Naturgewalt über mich hereinbricht, gegen die ich nicht das Geringste ausrichten kann. Sie zwingt sich mir einfach auf, ähnlich wie ich das ja schon gestern beschrieben habe, daß dieser Staat das Gewaltmonopol hat und alles, einfach alles mit den Menschen hier machen kann, wenn er denn will. Wenn er bereits so weit gehen konnte, kann er Stück für Stück noch weiter in mein Leben eingreifen, bis mir eben in seinem Namen eine Giftspritze in den Arm gesteckt wird.


Im Vergleich zu den Kriegen damals mag das vielleicht erstmal wenig bedrohlich wirken, denn da gab es an der Front andere Männer, die auf dich geschossen haben, dich direkt töten wollten, aber auch hier habe ich nach all dem, was ich schon über diesen neuartigen Impfstoff gehört habe, alles andere als ein gutes Gefühl dabei, mir diesen verabreichen lassen zu müssen, nur um wieder z. B. arbeiten, am Gesellschaftsleben teilhaben, in einen Sport- oder Musikverein, in ein Kino, Theater, in ein Museum zu dürfen. Vieles brauche ich auch nicht unbedingt, aber den Rest meiner Tage in Einzelhaft verbringen? Wer will das schon? Also ich nicht.


Vielleicht gibt es, wenn es denn soweit ist, auch die Möglichkeit einen Impfpaß zu bekommen, ohne tatsächlich geimpft zu werden, wenn sich z. B. ein Arzt als regimekritisch herausstellt und die Menschen dann so durchschleust, aber das ist jetzt reine Hirnspinnerei.


Es ist noch gar nicht gesagt, daß es reicht sich zu impfen, und dann wieder das Leben wie vorher zu führen. Die haben ja nämlich vor, diesen Zustand bis in alle Ewigkeit aufrechtzuerhalten, auch mit Impfung. Auch dann soll Maskenpflicht gelten usw.


Wie dem auch sei: Wichtig ist, daß ich mir hier nichts vormache, und klar sehe, wie dieser Tsunami auf mich zurollt. Ich bin auch nicht Superman, der sich einfach aus diesem Leben herausfliegen kann, sondern ich bin hier wie jeder andere auch in dieser Situation und kann nicht einfach weg. Auf der ganzen Welt greift das ja um sich. Das will erstmal gesehen und verkraftet werden. Das ist gar nicht mal so leicht, denn es tut weh, zu sehen, daß sich hier Menschen an meiner Gesundheit, an meinem Wohlergehen vergreifen wollen. Ähnlich, wie ja damals ein Hitler die jungen Männer als Menschenmaterial an der Front verheizt hat. Da ist kein Mitleid bei solchen Menschen. Die ziehen ihr Ding einfach weiter durch, und niemand wird verschont. Da gibt es kein Zurück mehr.


Ich weiß, daß das alles erstmal total dunkel, schwarz, perspektivlos und traurig wirkt, aber da muß ich durch, es hilft einfach nichts. Ich kann mich darum nicht drücken. Ich merke nämlich jetzt erst, daß das alles nicht einfach nur lustig und spaßig - ja hier mal Maske an, da mal Maske aus - ist, sondern nun ans Eingemachte geht.



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