Lügenpropaganda wohin das Auge reicht

Wir kommen hier ziemlich unter's Schußfeuer. Gestern fuhr ich durch die Stadt und dabei an mehreren Bushaltestellen vorbei (Tram, oder U-Bahn gibt es hier nicht). Ich traute erst meinen Augen nicht, aber da war doch tatsächlich Lügenpropaganda eingespeist worden: Ein hell- und ein dunkelhäutiger Mann wurden abgebildet, mit der Inschrift: Wer bekommt die Wohnung? Das ganze finanziert durch irgendein Bundesministerium mit dem Motiv "Diskriminierungsverbot". Ja, ja, wer hier nicht alles schwer benachteiligt wird...


An einem anderen Ort dasselbe Spiel, nur mit einer Frau mit Kopftuch und einer ohne. Der gute, deutsche Bürger muß schließlich erzogen werden, was die "richtige Geisteshaltung" ist.


Auch als ich an den Zufahrtsstraßen zur Innenstadt vorbeifuhr, und dort die festmontierten Maskenpflicht-Schilder sah, wuchs in mir der Unmut über all diese Verdrehungen von Tatsachen. Ein verrücktgewordener Verstand beginnt jetzt erst so richtig Chaos und Leid zu erzeugen, auch wenn die Natur von dem ganzen Irrsinn nichts mitbekommt.


Das Perfide ist tatsächlich, daß man nicht einfach weggucken kann. Wenn ich vorbeifahre, springt einen die Helligkeit und die Inszenierung der Werbebanner sofort an. In der Sekunde verliere ich mich zu 100%. Und das ist letztlich das Hauptproblem, nicht, daß da draußen diese Dummheit grassiert. Es ist wichtig, daß ich mir das eingestehe.


Es ist mitunter auch Reizsucht des Verstandes, der alles lesen muß, was einem vor die Nase gesetzt wird. Genau wie dieser Schund einen triggert, läuft es aber auch mit schöneren Dingen z. B. einer attraktiven Frau, die vorbeiläuft (weil sie fast alle maskiert sind, ist das mittlerweile weniger, weil man sie nicht mehr erkennt): Schaue ich hinterher und fühle mich schlecht, weil da etwas ist, was ich will, aber nicht bekomme? Oder bei der Werbung: Schaue ich hin und fühle mich schlecht, weil ich etwas bekomme, was ich nicht will? Der Ursprung liegt in der Aufmerksamkeit, dort liegt die Wurzel des Problems, als auch der Lösung. Wenn ich will, daß merke ich ja auch bei Frauen, dann muß ich nicht hinschauen, und deswegen automatisch auch nicht schlechtfühlen, auch wenn das im ersten Moment wie Entzug wirkt. Ich verpasse jedoch nicht wirklich etwas, ich höre nur auf, mir selber Leiden zu erzeugen.


Das heißt nicht, daß ich der Wirklichkeit entgehen soll oder überhaupt auch nur könnte. Nur: Ich muß aufpassen, daß ich meine Aufmerksamkeit rein halte, denn sie ist mein wichtigstes Gut. Im Strudel der Eindrücke das allerwichtigste.

© 2021 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, Impressum, Datenschutz