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Geh aus, mein Herz, und suche Freud

  • 13. Mai 2022
  • 1 Min. Lesezeit

Was für ein Juwel. Ich kann mich gar nicht satthören. Paßt gerade perfekt zur frühsommerlichen Jahreszeit, die sich wieder in ihrer schönsten Pracht zeigt.



Geh aus / mein hertz / und suche freud

In dieser lieben sommerzeit

An deines Gottes Gaben:

Schau an der schönen gärten zier,

Und siehe / wie sie mir und dir

Sich ausgeschmücket haben.


Die bäume stehen voller laub /

Das erdenreich decket seinen Staub

Mit einem grünen kleide.

Narcissus und die Tulipan,

Die ziehen sich viel schöner an /

Als Salomonis seyde.


Die lerche schwingt sich in die luft /

Das täublein fliegt aus seiner kluft

Und macht sich in die wälder.

Die hochbegabte nachtigal

Ergötzt und füllt mit ihrem schall

Berg / hügel / thal und felder.


Der weitzen wächset mit gewalt /

darüber jauchzet jung und alt /

Und rühmt die grosse güte

Des / der so überflüssig labt /

Und mit so manchem gut begabt

Das menschliche gemüthe.


Ich selber kan und mag nicht ruhn,

Des grossen Gottes grosses thun

Erweckt mir alle Sinnen /

Ich singe mit / wenn alles singt /

Und lasse / was dem Höchsten klingt /

Aus meinem hertzen rinnen.


- Paul Gerhardt, Sommerlied: Geh aus, mein Herz, und suche Freud, 1653



 
 
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