Die Gesellschaft muß gar nicht anders sein, als sie ist

Wenn man meine letzte Beiträge verfolgt hat, könnte man denken, ich wäre irgendwie sauer auf oder enttäuscht von dieser Gesellschaft. Und ja, ich erwische mich manchmal in dieser Haltung, denn die Menschen um mich herum verhalten sich, vorsichtig ausgedrückt, wenig intelligent. Mit dieser Beobachtung ist Kopfschütteln sicher mehr als angebracht.


Ich erwische mich, wie mich manche Menschen und Verhaltensweisen von diesen sogar regelrecht anwidern, alleine schon, wenn ich diese Gutmenschen-Attitüde mit den Gesichtsverhässlichern im Auto oder auf der Straße sehe, obwohl sie da nicht verpflichtend sind, höre, mit was für einem Tonfall Erwachsene mit ihren Kindern sprechen, oder wenn ich die Gute-Laune-Befehle und Anordnungen im Supermarkt vernehme, geschweige denn im persönlichen Kontakt so manche Ansicht meines Gegenüber erfahre. Angesichts solcher Eindrücke könnte ich mich ohne zu übertreiben von morgens bis abends nur noch übergeben.


Wenn ich dann noch sehe, wie die Polizei nun rodelnde Kinder jagt, die Deutschen sich hier gegenseitig schikanieren und verhöhnen, das Leben völlig ohne Not zur Hölle machen, so gibt mir das wirklich den Rest. Es nimmt Züge eines psychiatrischen Irrenhauses an, und die Sache ist erst in ihren Anfängen: Quarantäne-Verweigerer werden jetzt nun in Lager gesperrt, das Gemeinwesen im Fundament de-erotisiert, Unternehmer gehen bereits pleite, Kinder werden geschädigt und gequält, Depressive bringen sich um, Alte und Pflegebedürfte werden durch Impfungen stark geschwächt, wo mittlerweile der Verdacht aufkommt, daß die ihnen vielleicht sogar den Todesstoß geben. An meinem Mitgefühl für diese Schicksale hat sich nie was geändert.


Trotzdessen reift für mich hier etwas, denn ich merke, daß es weniger darauf ankommt, wie viel ich meine zur Absicherung gehortet zu haben, seien es Lebensmittel, Besitztümer, Finanzmittel oder Edelmetalle, auch nicht wie viel Wissen oder "Erkenntnisse" ich meine verbucht zu haben, sondern darauf, wie flexibel ich auf jede Entwicklung oder Änderung reagieren kann, die nun zweifellos kommen werden.


Hier habe ich gemerkt, daß es mir gut tut, wenn ich viele überflüssige Dinge aus meinem Lebensumfeld wegschaffe, damit ich, wenn nötig, auch beweglich bin, jederzeit schnell mein Hab und Gut zusammensammeln und körperlich das Weite suchen könnte. Ich habe nämlich keine Lust mit in den Abgrund gezogen zu werden, wenn es auch andere Möglichkeiten gäbe.


Das ist aber nur eine Seite, und eine eigentlich noch relativ Unwichtige. Auswandern scheint mir nämlich momentan keine sinnvolle Lösung zu sein, besonders, da ja zurzeit die meisten Staaten in der Welt eine ähnliche Politik fahren, nur in Nuancen voneinander abweichen. Auf lange Sicht sehe ich keine sicheren Staaten, wenn es überhaupt sowas wirklich gibt, da ein sicherer oder freier Staat ein Oxymoron ist. Außerdem habe ich, da ich ja auch mal länger im Ausland gelebt habe, bereits die Erfahrung gemacht, daß das Gras auf der anderen Seite nicht unbedingt grüner ist. Auch dort hast du dein Leben zu organisieren, und in einer anderen Sprache und Kultur fühlst du dich für mehrere Jahre unvermeidbar erstmal mehr oder weniger wie ein Fremdkörper, mußt dich da neu zurechtfinden. Ich bin nicht so der Typ, der das in Kauf nehmen will, wenn es nicht unbedingt sein muß, weil das sehr viel meines Gehirnschmalzes beanspruchen würde, den ich aber lieber für Wichtigeres verwende.


Das Loswerden von Unnützem hat aber nicht nur diese materielle, sondern vor allem auch eine spirituelle Komponente, denn ich fühle mich auch als Mensch leichter, wenn ich etwas wegschmeiße und damit endgültig verabschiede. Auch ist das der Fall, wenn ich keine anstehenden Aufgaben sinnlos aufschiebe, sondern sie sofort erledige und aus meinem Hinterkopf schaffe. Es mag komisch klingen, aber man fühlt sich dann als Mensch auch physisch schwereloser, so als würde eine Last von einem abfallen.


Und genau diese Leichtigkeit ist jetzt in dieser Zeit wichtig. Hier vor allem die Fähigkeit: Inwieweit schaffe ich es loszulassen? Wer festhält, z. B. an seinem Bild von der Gesellschaft, wie sie vor dieser Krise war, der ist der Erste, der jetzt in dieser Zeit zugrunde geht, weil sie völlige neue Anforderungen an uns stellt, die wir so noch nicht kennen. Dem gewachsen ist nur, wer im Hier und Jetzt auf diese Erfordernisse die passende Herangehensweise findet. Eine Herangehensweise, die vor ihm noch nie jemand benötigt hat.


Um auf den anfänglichen Punkt zurückzukommen: Für mich stellt sich deswegen diese Situation zunehmend als Segen heraus, auch wenn sie jetzt viele, bedauernswerte Opfer fordert. Ich kann nämlich nun viel deutlicher meine Verstrickung mit diesem Kollektiv loswerden, weil ich so klar wie nie zu vor sehe, wie verrückt diese Menschen sind. Das auf den Müll zu werfen ist tausendmal bedeutender als irgendwelche Dokumente oder Hosen! Für mich ist das nicht schrecklich, sondern eine Riesenbefreiung, wenn nicht die bisher größte meines Lebens, weil ich damit erkenne, daß ich von diesen Menschen nichts brauche. Von Menschen, die so sind, habe ich absolut gar nichts zu erwarten. Ihre Meinung über mich hat keine Substanz, ihre Kritik ist nicht ernstzunehmen und auch auf ihr Lob bin ich nicht angewiesen, weil das, was sie sind, sie dafür schlichtweg nicht qualifiziert. Und was für eine Freiheit ist es, das nun so klar zu erfahren! Ich kann mich von morgens bis abends nur noch freuen!


Das ist z. B. vollkommen anders, als wie ich es noch als Kind oder Jugendlicher erlebt habe. Da war ich z. B. am Boden zerstört, wenn ich abgelehnt wurde, oder nicht dazugehörte, oder später dann auch von Frauen links liegen gelassen wurde, weil ich deren Feedback immer für voll genommen habe. Jetzt sehe ich: Es hat mich völlig grundlos gebunden. Diejenigen sind nämlich Versager, die sich diesem, zunehmend sich menschenverachtend zeigenden Kollektiv verbunden fühlen; das sind die wahren Loser. Warum will ich von denen akzeptiert werden? Warum meine ich, mit denen gemeinsame Sache machen zu müssen? Muß ich doch gar nicht.


Das fiel mir gestern auf, als ich in einen Dönerladen ging, den ein junger Türke mit seiner deutschen, sehr hübschen Freundin/Frau betrieb. Komischerweise fühlte ich mich ziemlich unwohl in dem Lokal, aber noch nicht mal wegen der Maskerade, sondern weil ich sofort diese scheinbare Erfolgsattitüde durchschaut habe, als ich nebenbei ein Gespräch mit einem anderen Kunden vernahm. "Wir haben alles unter Kontrolle. Läuft doch. Du bist großartig, wir sind großartig, alles hier ist großartig. Es geht aufwärts, es wird immer besser, wir kommen voran." Auch als ich online deren Internetpräsenz abcheckte, bestätigte sich mein Eindruck, als ich las, daß sie dieses "Black lifes matter"-Zeug unterstützen und auch diese "Bleiben sie gesund"-Floskeln an den Tag legen. Klar, diese Leute scheinen ihren Betrieb recht ordentlich zu führen und auch sexuell scheint es bei ihnen zu passen, aber ich merke zunehmend, daß diese Aspekte nur auf der Oberfläche wichtig sind. Sie sind nämlich das, was ich Gesellschaftsmenschen nenne, d. h. sie definieren ihren Wert aus der Akzeptanz im sozialen Umfeld, und das ist für mich die Urdefinition von Unfreiheit.


Natürlich würden jetzt viele sagen: "Du bist doch nur neidisch, daß dieser Türke so eine tolle Frau hat und du nicht. Du bist einfach nicht interessant genug für so eine Frau." Klar. Ich kenne diese Argumente, und habe sie selber auch lange geglaubt (und mich mit solchen Vergleichen fertig gemacht). Der Punkt ist nur: Was könnte mir so eine Frau wirklich geben, außer mal etwas angenehmen Sex? Würde sie hinter mir stehen, wenn ich meine Tabu-Ansichten zu einem bestimmten Thema preisgebe? Würde sie akzeptieren, was ich hier im Internet präsentiere? Würde sie also mein So-Sein, so wie ich bin, wie ich denke, wie ich fühle über die gängige Moral, wie "man" zu denken, zu fühlen hat, stellen? Bringt so eine Frau diesen Mut auf? Hat eine Frau dieses Kaliber?


Natürlich weiß ich nicht, wie diese Frau im Speziellen das beantworten würde. Dafür kenne ich sie zu schlecht. Was ich nur weiß: Ich habe bisher noch keine Frau kennengelernt, die mich so genommen hat, wie ich bin, geschweige denn überhaupt genommen hat. Das ist nun mal meine bisherige, lebenslange Erfahrung, die ich mir ja nicht aussuche. Ich weiß auch, daß das nicht daran liegt, daß ich weniger attraktiv als andere bin, oder daß meine Ansichten unmenschlich, unlogisch oder abstrus sind. Ich rauche und trinke nicht, bin sportlich, gesund und so ganz objektiv betrachtet vollkommen akzeptabel. Ich weiß nur, daß von den wenigen Frauen, die so mutig waren, mich mal zu treffen, nichts mehr kam, und damit die Sache erledigt war. Ich bin darüber auch nicht traurig; es war einfach so.


Ich könnte nur spekulieren, was die Gründe dieser Frauen waren, und ja, jeder, der das liest würde nun sagen, daß der Fehler bei mir liegen müßte, ich halt etwas an mir ändern oder verbessern müßte, nur den richtigen Stil oder die richtigen Worte und Verhaltensweisen finden müßte, damit ich interessanter wäre. Auch diese Vorschläge kenne ich zuhauf, habe sie sogar teilweise befolgt, mit dem einzigen Ergebnis, daß nichts passierte, außer, daß ich mich selber verfälschte und unter Druck setzte.


Der Punkt ist: Wo bin in dieser Sichtweise noch ich als Mensch? Im Film Hitch - Der Date Doktor ist das z. B. die herzzerreißende Botschaft: Die Individualität ist genau die Stärke, die liebenswert macht, nicht meine Schwäche. Nicht meine Übereinkunft mit Moral und Konvention, sondern meine Welt, meine Interessen, meine Leidenschaften sind die wertvollsten Qualitäten, die ich überhaupt erst einbringen kann, die mich erst auszeichnen. Erst da bin ich spannend, neu, bereichernd für mein Gegenüber, also genau das, was mich sogar vielen Langweilern und Steiflingen überlegen macht.


Interessant finde ich, daß das die heutigen Frauen scheinbar nicht wollen, sich mit Langeweile abfinden. Die meinen, daß nur durch Anklang in der konformen Gesellschaft so etwas wie Glück möglich wäre. Nur, was ist denn das für ein Gemeinwesen, wenn ich da nicht der sein darf, der ich bin, wenn ich z. B. gleich ein Ketzer bin, wenn ich die Maske nicht aufsetze oder gleich böse angeschaut werde, wenn ich an einer unpassenden Stelle lache?


Dadurch entstehen doch genau diese diktatorischen Zustände erst: Weil Menschen ihr Mensch-Sein bereits im Keim für das Gemeinwesen opfern. Und zu diesem Mensch-Sein zählt unbedingt auch Wut und Verachtung in Anbetracht dieser Propaganda, dieser ganzen Lügen, all meine ablehnenden Reaktionen, die ich in den ersten zwei Absätzen beschrieben habe. Wer das alles nicht fühlt, ist er dann überhaupt noch lebendig?


Mich stößt deshalb dieses "Alles ist in Ordnung"-Getue ab. Klar, das bringt mich deswegen auch häufiger in Konflikte mit anderen Menschen, sorgt hin und wieder für zwischenmenschlichen Zwist, weil ich mich spontan äußere, aber genau da merke ich, daß ich wirklich frei werde. Freiheit ist ja nichts Innerliches, wo ich mal ein paar Gedanken bißchen von hier nach da schiebe, sondern sie ist extrem konkret, greifbar und voll spürbar, als Kraft, die durch den ganzen Körper strömt. Und diese Kraft wird bei mir jetzt vor allem dadurch intensiver, wenn ich dieses Lügenkollektiv sich selber überlasse. Ja meine Fresse, dann sollen die sich doch ihren Teil denken! Und selbst wenn ich gehaßt werde, na dann ist es doch nur die Bestätigung, daß ich etwas richtig mache. Ich will von Selbstbetrügern nicht gemocht werden. Nichts weniger als das.


Ich weiß, daß ich z. B. vor drei, vier Jahren nicht an diesem Punkt war. Da war es mir immer noch sehr wichtig, wie die Leute in der Gesellschaft zu mir stehen. Und ja, ich würde jetzt auch nicht alles von mir teilen, weswegen ich ja auch den internen Bereich für privatere Themen habe, aber vor allem durch diesen Massenwahn wächst der Mut zu mir zu stehen von Tag zu Tag mehr. Dazu kann man sich auch nicht zwingen oder überreden, sondern das wächst aus sich heraus, wie eine reife Frucht an einem Obstbaum. Wenn man sich dazu nicht bereit fühlt, ist das sicher auch Ok, aber das ist nicht mehr meine Situation.


Meine Situation ist nicht die der Gesellschaft. Ich bin damit nicht verbandelt, selbst wenn ich hier lebe und auch Kontakte mit anderen Leuten hier habe. Die Gesellschaft ist, wie sie ist, und muß auch gar nicht anders sein. Ich bin aber auch so, wie ich bin, und muß deshalb genauso nicht anders sein.


Dadurch bin ich aber noch lange kein Außenseiter oder irgendwie ein "schräger Typ". Das ist auch so eine dumme Vorstellung, wie in der Gesellschaft Leute gesehen werden, die mehr Freiheit verwirklichen. Es ist eine beschränkte Sicht, genau wie in den 1960er-Jahren die Spießer-Mehrheit abwertend auf Leute mit längeren Haaren oder das Abspielen von Rockmusik reagiert hat. Diese Bewertung ist ja durch die völlige Kümmerlichkeit des Bewertenden offensichtlich ohne jeglichen Wert. So halte ich es aber auch mit jeglichem Schubladen-Denken über mich. Ich habe damit nichts zu schaffen; kann meine Plus an Qualitäten umso mehr feiern und weiterentwickeln.