Die Angst aus dem Kollektiv zu fallen

Ich finde die Aussage im letzten Corona-Ausschuss wichtig (der Digitale Chronist hat dazu ein Video gemacht), daß die meisten Menschen nicht Angst vor dem Virus, der Krankheit oder dem Tod haben, sondern davor, daß ihnen klar wird, daß sie von der Obrigkeit, dem Staat, den Eltern belogen werden. Es wurde zwar nicht weiter erklärt, aber es zeigt, daß viele Bürger dieses Landes vom Wesenskern immer noch Kinder sind, die vor nichts mehr Angst haben, als aus der Scheingeborgenheit des Kollektivs herauszufallen, und auf sich geworfen zu sein.


Wenn ein Kind herausfinden würde, daß die Eltern es belügen, dann bricht für das Kind die Welt zusammen, weil die Eltern ja die ganze Welt darstellen. Wem kann es dann noch vertrauen? Wie soll es dann noch hier zurechtkommen? Ein Durchschauen ist gleichbedeutend mit einem Todesurteil - für das Kind.


In dem Moment beginnt das Kind jedoch erst, dem Kindmodus zu entwachsen, und ein eigenständiges, selbstverantwortliches Individuum zu werden. Dafür ist aber dieser Ablösungsprozeß, der durchaus sehr ernüchternd und schmerzhaft sein kann, unbedingt notwendig, denn nur so kann das zum Zuge kommen, was in diesem Wesen eigentlich angelegt ist.


Durch meine Elternkonstellation wurde ich durchaus gedrängt mich schon etwas länger in diesem Prozeß zu befinden, während diese Gesellschaft gerade erst anfängt zu erleben, was es heißt von Vormündern so richtig wie Dreck behandelt zu werden. Einige wenige werden dadurch wacher, während die Mehrheit leider mit dieser Welt in den Abgrund geht, auch wenn, wie schon gesagt, viele Menschen ja auch nicht so Psychopathen wie derzeitige Entscheidungsbefugte sind. Sie wollen aber nicht ihr Erwachsen-sein erkennen, weil sie dann mit der Unsicherheit konfrontiert wären, nicht mehr im sicheren Nest zu sitzen, und werden dann eben benutzt und für dumm verkauft. Und in diese Logik kann niemand eingreifen, weil sie sich vollziehen muß.


Dieser Gesellschaftsprozeß ist aber nicht mein Prozeß. Wobei: Es gibt gar nicht so etwas wie einen Gesellschaftsprozeß, sondern nur einen Prozeß der Bewußtwerdung und Desidentifikation in Einzelnen. Seit etwa sieben, acht Jahren bin ich schon dabei, die Lügen, die mir etwa achtzehn Jahre aufgetischt wurden, nach und nach zu bereinigen. Damit sind die Probleme der Lügner und Selbstbetrüger, die z. B. weiterhin Radio hören oder die Zeitungen lesen auch nicht mehr meine Probleme. Das Verhalten dieser Menschen, das kann durchaus noch unangenehm werden, aber ich trage das nicht mit, weder indem ich das unterstütze, noch Widerstand leiste. Der Ursprung meiner Aufmerksamkeit ist frei, und das kann jeder, der selber danach sucht, auch herausfinden, und damit den eigentlichen Ausweg aus diesem Schlammassel finden.


Ausweg aber hier nicht als Flucht oder "Abkehr von der Welt", sondern ich bin ja trotzdem noch da, und versuche weiterhin, da, wo ich mein Verständnis am besten beitragen kann, dieses einzubringen. Das ist die Seite meines Verhaltens. Als Erwachsener weiß ich, daß ich dann aber nicht erwarten kann, daß das jetzt die Welt verändert oder andere mir Beifall klatschen. Das brauche ich aber auch gar nicht.



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