Was in dieser Zeit nottut

Der Befreiungs- und Inspirationsvorgang überträgt sich nicht von einem Gemeinwesen auf Einzelne, sondern vom Einzelnen auf andere Einzelne in dem Gemeinwesen. Es sind die Einzelkämpfer, Pioniere und Vordenker, die befruchten und bereichern. Wir haben Not am Mann, was diese Art von Menschen angeht!


Das zu verstehen ist sehr wichtig, weil die Grundannahme bei fast allen Menschen genau umgekehrt ist: "Opfere dich dem Wohl der Allgemeinheit, denn es geht dieser Allgemeinheit nur dann wohlauf, wenn sich ihre Mitglieder schön angliedern und zurückstecken", wie es leider immer mehr gefordert wird. "Nur dann gibt es die Aussicht, daß du vielleicht doch auch mal endlich glücklich wirst!"


Völlig falsch! So entsteht erst recht nichts. Das Individuelle, Unangepaßte, völlig Einzigartige gehört nicht nur gepflegt, es ist das Einzige, was wirklich glücklich macht! Alles andere ist Fake, ist Glücksversprechen, was aber nie eingehalten werden kann. Deswegen wirken auch die Menschen, die zurzeit diesem Staat auf dem Leim gehen, völlig tot, weil sie meinen, irgendwann, durch ihr Zurückstecken der Eigeninteressen, geht es allen und auch ihnen besser, aber was tatsächlich passiert, ist nur, daß sie das wahre Glück im Hier und Jetzt verraten und verkaufen, und so deswegen auch nie mehr - durch egal welche edle Taten und Motive - zurückerlangen.


Mir kam: Es ist nötig, dem Äußeren gegenüber abzusterben, denn nur so kann das, was innen in einem angelegt ist, wieder zur Geltung kommen. Das Äußere sind all die Augenmerke, Suggestionen und Glaubenssätze, die in einen gelegt wurden, und da all ihren Schaden anrichten konnten. Dieses alte, konditionierte, programmierte "Ich" muß in der Tat völlig kapitulieren, denn so fühlt sich das auch tatsächlich an. Es muß einem gleichgültig werden, auch die Meinung anderer darüber. Es muß ein für alle mal auf den Scheiterhaufen der Geschichte gebannt werden, und als abschreckende Lernerfahrung ad acta gelegt werden. Nur dadurch entsteht wieder neuer, frischer Raum für das Eigentliche in mir und dir, was sich dann erst entfalten kann.


Die meisten Leute versuchen ohne diese Entleerung noch weitere Lehren auf ihr altes Ich zu stülpen, was so nie wirklich funktioniert. Es entsteht nur noch mehr Zwist und Verwirrung, da die Grundlage, das Fundament ihres Egos, ihrer falschen Selbstvorstellung, nie angetastet wurde. Die zusätzlichen, widerstreitenden Theorien und Heilslehren schaffen umso mehr logische Widersprüche wie sich z. B. an der Unvereinbarkeit von Naturwissenschaft und Kirchenreligion zeigt, die eine völlig schizophrene Erscheinung unseres Zeitgeistes ist. In einem Moment sehr vernünftig argumentierende Menschen, sprechen in anderen Momenten plötzlich vom Glauben an Menschen, die physisch völlig unmögliche Dinge vollbracht haben sollen. Verrückter geht es kaum.


Nun, wie man heute - Stand Oktober 2020 - sieht, wohl doch. Eigentlich sehr intelligente Leute, Doktoren, Professoren, Lehrer, Ärzte, Wissenschaftler in der großen Mehrheit verhalten sich angesichts der Regierungsermächtigung plötzlich wie völlig senile Hohlschädel, die nicht mal einfachste Mathematik zusammenbringen, z. B. sowas wie die PCR-Positivenrate ausrechnen können, die klar belegt, daß nicht einmal Ansatzweise ein Grund zur Sorge wegen diesem Virus besteht.


Es ist eben so: Auf diese Leute darf man sich als Einzelner nicht verlassen, und nennen sie sich Experten! Den eigenen, unabhängigen, manchmal vielleicht auch naiv wirkenden Blick wird auch der großartigste Lehrer, Weise, Guru nie ersetzen können, denn nur die eigene Wahrnehmung läßt einen Lüge und Wahrheit unterscheiden. So einfach ist das. Und diese Gesetzmäßigkeit war noch nie so klar verständlich, wie heute.


Auch Schiffmann & Co. können zwar aufbereiten, veranschaulichen und etwas klar präsentieren, aber das Verstehen kann nur von einem selber aufgebracht werden bzw. etwas in einem will verstehen, um daraus echte, faktische Schlüsse und Konsequenzen für das eigene Leben ziehen zu können. In dem Moment macht es Klick, und das Gesamtbild fängt an Sinn zu ergeben.


Das alles konsequent weitergeführt geht es dann nicht nur um die Wahrheit über diesen Lügenstaat, sondern wenn ich schon Wissenschaft und Religion dazuhole, auch über fundamentalere Fragen, die jeden Menschen etwas angehen. Dazu meinen Wissenschaft und Religion genauso Antworten bieten zu können, die aber meist nicht auf eigener Nachforschung beruhen, sondern einfach übernommen werden, weil es ja jeder so macht.


Dazu zählt z. B. die Frage nach Leben und Tod: Was passiert nach dem Tod? Wer oder was erlebt diesen? Die Religion kommt mit dem Glauben an, mit Himmel und Hölle, dem jüngsten Gericht und ähnlichem Mumpitz, dem man vielleicht Kleinkindern als Märchengeschichte, aber doch keinen erwachsenen, sich als aufgeklärt bezeichnenden Menschen verkaufen kann. Die Wissenschaft dagegen liefert nichts als verdächtige, zum Himmel schreiende Stille, weil sie den Einzelnen gar nicht mit einbezieht, obwohl sie sonst immer den Anspruch hat, wichtige Fragen des Lebens beantworten zu wollen. Die eigene, nüchterne Beobachtung und Logik dagegen zeigt: Den eigenen Tod kann ich gar nicht erleben, weil dann ja schlichtweg kein Erleben stattfindet. Damit löst sich die Frage als Nullnummer auf, denn Tod bedeutet nur, daß keine Sinneserfahrung eintritt, was bereits jetzt schon der Fall ist, wenn ich in den Tiefschlaf sinke, oder auch im Tagesbewußtsein einfach mal länger nicht beschäftigt bin, auch nicht mental. Nichts anderes ist der Tod: Ein Wegfallen von Eindrücken und ErLEBEN. Und das kann jeder für sich sofort nachvollziehen, wenn er nur hinschaut, in jeder Sekunde.


So kann z. B. tatsächliche Ergründung aussehen, wenn keine übernommenen Aussagen gelten, sondern die eigene Erörterung zählt. Dann können natürlich alle möglichen Interpretationen und Meinungen herangezogen werden, welche aber letztlich immer nur aus zweiter Hand sein werden, weil sie eben von außen kommen, und nie den eigenen Geschmack von Tatsachen ersetzen können.


Alle großen Persönlichkeiten der Geschichte haben das getan, alle, die heute als historisch und bedeutsam eingestuft werden, während all jene, die als Menschenmaterial für Ideologien verheizt wurden, keiner mehr kennt, weil sich diese Menschen eben auch nie für sich selber und ihre Sicht interessiert haben. Sie existierten schlichtweg nie wirklich! So hart muß man das sagen. Friedhöfe voll von Leuten, die an sich selber vorbeigelebt haben.


Die Frage ist, ob man selber auch so ist, oder nicht doch bereits jetzt anfangen möchte, diesen stickigen Morast zu verlassen und eine wirklich bedeutsame Reise anzutreten, eine Reise, die wirklich weiterhilft und das Leben in etwas verwandelt, wofür man nur dankbar sein kann. Wo man nur noch Staunen kann über das, was durch einen zum Vorschein kommt. Und je mehr das passiert, umso mehr verstehe ich, daß so viel Potential noch völlig Brach liegt, und vermutlich die ganze Lebzeit nicht reichen wird, um wirklich alles voll zur Entfaltung kommen zu lassen. Das sollte einen aber nicht bekümmern, sondern umso mehr dazu bringen, Moment für Moment das anzugehen, was einem wirklich am Herzen liegt. Je weniger Menschen um einen herum das machen, desto wichtiger ist, daß man es selber macht, weil es umso dringender nottut, daß jemand das angeht.


"Die Sammlung des Wissens durch einige Menschen hängt von der Zurückweisung dieses Wissens durch andere ab. Es gibt Zeiten im Leben der Menschheit - die gewöhnlich mit dem Beginn des Untergangs von Kulturen und Zivilisationen zusammenfallen -, wo die Massen unwiderbringlich ihre Vernunft verlieren und alles zerstören, was Jahrhunderte und Jahrtausende an Kultur geschaffen haben. Solche Zeiten von Massenverrücktheit, die oft mit geologischen Kataklysmen, Klimawechseln und ähnlichen Erscheinungen planetarischen Charakters zusammenfallen, befreien eine große Menge von Wissensstoff. Das wiederum erfordert die Arbeit, das Wissen zu sammeln, weil es sonst verlorenginge. So fällt die Arbeit, zerstreuten Wissensstoff zu sammeln, oft mit dem Beginn der Zerstörung von Kulturen und Zivilsationen zusammen."

- Auf der Suche nach dem Wunderbaren, P. D. Ouspensky, S. 54


Das Wissen, wovon Gurdjieff hier als Wissensstoff gesprochen hat, ist eben dieses Wissen über Zusammenhänge, wie ich sie aufgezeigt habe: Daß es konkrete Antworten für Menschen gibt, die anfangen, sich selber zu erkennen, selbst wenn alle um einen herum völlig durchdrehen, wie man das heute leider unzweifelhaft beobachten kann.


Nichtsdestotrotz ermöglicht dieser Umstand, daß diejenigen, die die Arbeit auf sich nehmen wollen, freie Bahn haben, sich alle Formen von Verständnis anzueignen. Es gibt kein Kollektiv, was einen da behindert.






© 2020 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, chrnikitin[at]protonmail.com, Impressum