Je turbulenter die Zeiten werden, desto weniger Interesse besteht an Selbsterkenntnis

Je mehr sich ein Gesellschaft in eine Krisensituation begibt, desto geringer wird das Interesse an echten Antworten. Das mag komisch klingen, denn normalerweise würde man ja denken: Je größer die problematische Situation wird, je albtraumhafter die Szenerie, desto mehr müßte doch der Wunsch in Menschen wachsen, da herauszufinden.


Nun, für einige Wenige mag das zutreffen, aber für die meisten, auch für kritisch Eingestellte, verhält es sich so nicht. Ganz im Gegenteil: Die äußere Situation, die neusten Entwicklungen, die aktuellsten Beschlüsse und Trends okkupieren auch den letzten Rest von Aufmerksamkeit, der in der ruhigeren Phase noch eher bei einem war. Jetzt dreht sich alles nur noch um die Szenerie, um das, was alles in dieser durchaus sehr spektakulären Zeit passiert, während die Achse, worum sich das eigentlich überhaupt dreht, völlig außen vor bleibt.


Das ist eine Beobachtung, die unbedingt noch festzuhalten ist, denn die Publikumsresonanz für Themen wie Selbsterkenntnis ist auf einem absoluten Tiefpunkt angelangt. Das Interesse war ohnhin schon nie besonders hoch, aber was hier gerade passiert kann nur mit großer Verblüffung wahrgenommen werden. Jeder normale Anbieter von wertvollen Dingen auf einem Markt würde hier sagen: "Vergiß es. Laß gut sein. Da wird niemals ein Geschäft zustandekommen."


Das Problem ist aber hier nicht auf der Seite des Anbieters zu suchen, sondern bei denjenigen, die sein Angebot nicht wertschätzen können, entweder weil sie zu blind, zu beschränkt oder einfach wie schon gesagt von anderen Dingen viel zu sehr abgelenkt sind, als daß dieses Angebot zu ihnen durchdringen könnte.


Es ist trotzdem für einen selber nötig, daß diese Lösung hochgehalten wird, selbst wenn kein Einziger "anbeißt". Für einen selber muß das kein Problem sein. Das Problem haben diejenigen, denen das entgeht. Die müssen schauen, wo sie bleiben.

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