Das Sich-von-der-Gesellschaft-Unterscheiden liegt in der Natur der Sache




Es geht um die Fähigkeit die Wirklichkeit wahrzunehmen. Ich werde so z. B. nie vergessen, wie es bei mir vor nun schon einigen Jahren angefangen hat, gewisse Beobachtungen anzustellen. Ich habe mir draußen einfach mal die Leute genauer angeschaut und mir sind Fragen gekommen:

Wirken die überhaupt glücklich? In den Medien, im Fernsehen, in den Nachrichten, in der Politik heißt es zwar, uns ginge so gut, wie nie zuvor, aber ist das wirklich so? Wenn ich die Menschen in meinem Umfeld anschaue, kommen mir dennoch immer Zweifel, ob das so stimmt. Klar ist es schon ganz gut, Geld, Lebensmittel und ein Dach über dem Kopf zu haben, keine Frage, aber ist das alles, was zählt? Was ist, wenn das gesichert ist? Lehne ich mich dann zurück und bin zufrieden? Gibt es nicht noch höhere Werte im Leben, die verfolgt werden wollen, um die Fähigkeiten, die einem als Menschen gegeben wurden, nicht völlig brachliegen zu lassen? Diese Show dient doch nicht dazu, Futter und Obdach zu sichern, und dann zu warten, bis man stirbt, oder?

Dieser Prozeß Antworten auf diese Fragen zu finden zieht sich bis heute hin, hat aber schon klarere Konturen bekommen. Antworten, die nicht angelesen und schon gar nicht durch die Gesellschaft selber, sondern nur durch eigene Erfahrungen gegeben werden können bzw. man sieht bei anderen, daß es wirklich möglich ist, da die richtige Perspektive zu leben, und folgt diesem Beispiel.

Es liegt in der Natur der Sache, daß dann auch ein Spalt zur Gesellschaft entsteht, denn diese kennt diese Verifikation ja nicht, läßt sich auch nicht inspirieren oder zum Handeln bewegen, wenn da bei jemanden nicht schon im vornherein ein Impuls ist, das zu wollen. Ähnlich einem Bäcker, den die Fähigkeit der Brotbackkunst von einem willkürlich dahergelaufenen Passanten unterscheidet.

Deshalb hat diese Unterscheidung auch nichts mit Arroganz oder Überheblichkeit zu tun, sondern der eine hat etwas zu geben, was der andere nicht hat, vielleicht sogar neidisch darauf ist. Das hat durchaus die Qualität von unterschiedlichen Ebenen, denn einer hat sich womöglich auch entbehrungsreich Informationen beschaffen, regelmäßig hart arbeiten und schwitzen müssen, während der andere einfach nur abgehangen und zugeschaut hat. Jeder, der z. B. diesen derzeitigen Massenwahn durchschaut hat, mußte zumindest etwas Energie in die Informationsbeschaffung legen, denn ansonsten bliebe derjenige wie die träge Masse in der Dauerberieselung hängen.

Das Ding ist nämlich auch: Wenn ich da Arbeit hineinstecke ist nicht klar, ob ich davon überhaupt profitiere, wie in jedem anderen normalen Job oder wenn ich mit Kunden zu tun habe. Wenn ich mich selber auf eigene Faust auf eine Erforschung begebe, dann weiß ich nicht, was am Ende bei rauskommt. Von „der Wahrheit“ kann ich mir schließlich nichts kaufen.

Sich da aber trotzdem zu engagieren, auch wenn kein Profit und keine Ego-Bestätigung winkt, man vielleicht sogar erstmal zahlen muß, mag für den Außenstehenden völlig verrückt wirken, ist aber die einzige Option, weil sich nur so filtert, wer die Sache um der Sache Willen angeht.

© 2021 Christian Nikitin, Freising, Deutschland, Impressum, Datenschutz